Muskeln


Muskeln

Muskeln (Muscŭli), die Organe der aktiven Bewegung des tierischen Körpers, zerfallen in solche, die dem Willen unterworfen sind, willkürliche oder animalische (nach ihrer mikroskopischen Struktur gestreifte) M. und solche, die unabhängig vom Willen in Tätigkeit treten, unwillkürliche oder vegetative (der Struktur nach glatte) M. Erstere dienen zur Bewegung des Skeletts, die andern vermitteln die Bewegung des Magens, Darms etc. Die M. bilden das Fleisch des Körpers und bestehen aus Muskelbündeln, die wieder aus Muskelfasern oder Muskelfibrillen (Primitivfasern) zusammengesetzt sind. Die Skelett-M. setzen sich mittels starker Bänder (Sehnen oder Flechsen) so an den Knochen an, daß sie ein Gelenk überspringen und so dasselbe bei ihrer Zusammenziehung beugen oder strecken. Nach der Form unterscheidet man: länglichrunde, breite (Flächen-M.), ringförmige (Schließ-M.) und Hohl-M. (wie Herz, Gebärmutter) oder Muskelhäute (in der Wand des Magens, des Darms, der Blase); nach der Art der Bewegung, die die willkürlichen M. veranlassen können: Beuge-M. oder Flexoren, Streck-M. oder Extensoren, Ausziehung-M. oder Adduktoren, Abzieh-M. oder Abduktoren, Roll-M. oder Rotatoren, die einen Körperteil um seine eigene Achse oder um einen andern Körperteil im Halbkreise herumdrehen. Durch Reize (chemische, thermische, mechanische, elektrische, Willenreiz) werden die M. erregt (Erregbarkeit oder Irritabilität) und ziehen sich zusammen. Folgen mehrere Reize rasch nacheinander, so bleibt der M. im Zustand der Kontraktion (Tetanus), wobei ein leichtes Geräusch (Muskelgeräusch oder Muskelton) hörbar ist. Infolge der Tätigkeit des M. entstehen in demselben Umsetzungsprodukte, die das Ermüdungsgefühl bewirken. Stirbt der M. ab, so verliert er seine Erregbarkeit, das Muskeleiweiß (Myosin) gerinnt und der M. wird starr (Leichen- oder Totenstarre). – Vgl. Rosenthal, »Physiologie der M.« (2. Aufl. 1899); Fischer, »Die Arbeit der M.« (1893); R. du Bois-Reymond, »Spezielle Muskelphysiologie« (1903); über die Krankheiten der M. Lorenz (2 Bde., 1898-1904).


http://www.zeno.org/Brockhaus-1911. 1911.

Synonyme:

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  • Muskeln — Muskeln, sind die alle Bewegungen des Körpers ausübenden Organe, und je nach der zu bewerkstelligenden Bewegung kreisförmig, rund, dick oder lang, gehen in Flechsen und Sehnen (s. d.) aus, und bestehen aus Fibern oder Fasern, welche zu kleinen… …   Damen Conversations Lexikon

  • Muskeln — (lat. Musculi, »Mäuschen«; hierzu Tafel »Muskeln des Menschen«). die Organe der mehrzelligen Tiere, welche die Bewegung hervorbringen; sie bestehen zumeist aus vielen Zellen, die sich auf einen Reiz hin zusammenziehen und so die mit ihren Enden… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Muskeln — des Menschen …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

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  • Muskeln — Muckis (umgangssprachlich) * * * Muskeln   [lateinisch musculus, eigentlich »Mäuschen«], lateinisch Mụsculi, Organe aus Muskelgewebe mit der Fähigkeit zur Kontraktion, d. h. zur Umwandlung von chemischer in mechanische Energie, die im Dienste… …   Universal-Lexikon

  • Muskeln: Erkrankungen —   Neben der normalen Kontraktion der Skelettmuskulatur gibt es krankhafte Formen der Kontraktion, die durch verschiedene Krankheiten hervorgerufen werden können.    Normale und krankhafte Muskelkontraktion   Bei schwerer körperlicher Arbeit… …   Universal-Lexikon

  • Muskeln: Aufbau und Kontraktion —   Es gibt drei Formen von Muskelgewebe: die quer gestreifte Muskulatur (Skelettmuskulatur), die Herzmuskulatur und die glatte Muskulatur (z. B. im Darm). Die Bewegungen des Körpers werden von der quer gestreiften Muskulatur gesteuert. Die… …   Universal-Lexikon

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